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FAQ


Nachfolgend finden Sie einige der Fragen, die uns häufig zu unserem innovativen Wärmekonzept gestellt werden. Wenn Sie eine spezielle Frage haben, die Sie hier nicht beantwortet finden, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.
 

Bei welcher Temperatur wird die Wärme gespeichert?

Die Mindesttemperatur der von uns gelieferten Wärme beträgt 58,5 °C.  Da unsere Container zumeist mit deutlich höheren Temperaturen beladen werden und zwischen Be- und Entladung oft nur eine sehr kurze Zeit vergeht, liegt ein erheblicher Teil unserer Wärme zwischen 60 und 95 °C.
 

Kann ich auch mein Haus (o. ä.) mit Ihrer Wärme versorgen?

Die Speichermenge eines Containers reichte bei einem Einfamilienhaus zwar für ein Vierteljahr, ein für alle Parteien wirtschaftlicher Betrieb wäre jedoch auf diesem Wege nicht möglich. Aus diesem Grunde beliefern wir primär die Abnehmer größerer Wärmemengen, wie z. B. Schwimmbäder, Schulen oder Krankenhäuser. Ein (großes) Schwimmbad benötigt beispielsweise zwei bis vier Containerlieferungen pro Tag.
 

Kann jede größere Immobilie von der LaTherm-Versorgung profitieren?

Grundsätzlich ja, aber es gibt natürlich bestimmte Rahmenbedingungen. Technisch ist zunächst zu beachten, daß ein (befestiger) Anfahrweg und eine entsprechende Abstellfläche für die Container vorhanden sein muß. Die Wärmeversorgung lohnt sich derzeit über eine Distanz von maximal 20 km. Darüber hinaus muß die Immobilie natürlich in unser Logistikkonzept eingebunden sein, sprich: nur dann, wenn die Immobilie in einem unserer Versorgungsgebiete liegt (alternativ einem der Gebiete unserer Partner), können wir eine Wärmebelieferung anbieten. Darüber hinaus ist zu beachten, daß ein Großteil der von uns gelieferten Wärme ein Temperaturniveau von ca. 60 °C aufweist - somit kommen Objekte, die deutlich höhere Temperaturen benötigen, leider nicht in Frage.
 

Welche Versorgungsgebiete bedient LaTherm?

Als neugegründetes Unternehmen haben wir im Herbst 2009 zunächst ein erstes Projekt in Dortmund durchgeführt, um die Vorteile unseres Systems in der Praxis zu zeigen. Hierbei wird das Schwimmbad in Dortmund-Brackel mit der Abfallwärme der Deponiegasanlage in Dortmund-Lanstrop versorgt. Parallel zum Ausbau des Standortes Dortmund werden wir anschließend weitere Standorte aufbauen. Darüber hinaus planen wir, zusätzliche Versorgungsgebiete gemeinsam mit Partnern zu erschließen.
 

Bietet die Wärmeversorgung in Containern nicht höhere Ausfallrisiken als ein klassisches Heizungssystem?

An jedem Standort werden wir über eine Reihe von Wärmequellen verfügen, die uns mit Wärme versorgen. Somit stellen sowohl geplante (z. B. für Wartung) als auch ungeplante Ausfallzeiten keine Schwierigkeit dar, da jederzeit mehrere Wärmequellen lieferfähig sind. Darüber hinaus können die Container unproblematisch über mehrere Tage gelagert werden, so daß entsprechende Reserven vorgehalten werden können. Letztendlich besteht auch keine Notwendigkeit, auf ein vorhandenes Heizungssystem vollständig zu verzichten – vielmehr kann dieses weiterhin betriebsbereit aufrechterhalten werden. Immer dann, wenn LaTherm lieferfähig ist (und wir gehen von nahezu 100 % aus), kann der Kunde kostengünstig die Wärme aus unserem Container beziehen – und (nur) dann, wenn wir tatsächlich einmal nicht liefern können sollten, greift der Kunde auf seine vorhandene Heizungsanlage zurück.
 

Welche Anforderungen muß ein Unternehmen erfüllen, um als Wärmelieferant in Frage zu kommen?

Technisch ist zunächst zu beachten, daß ein (befestiger) Anfahrweg und eine entsprechende Abstellfläche für die Container vorhanden sein muß. Darüber hinaus muß das Unternehmen in der Lage sein, uns mit Wärme auf einem Temperaturniveau von ca. 100 °C zu versorgen. Die täglich zur Verfügung stehende Wärmemenge sollte mindestens 10 MWh betragen. Weitere Details müssen dann jeweils im Einzelfall erörtert werden.
 

Handelt es sich bei den Containern um Gefahrgut?

Das Speichermedium für die Wärme ist Natriumacetat – dieser ungefährliche Lebensmittelzusatz wird unter anderem auch als Pökelsalz verwendet. Sollte es jemals zu einem Unfall kommen, bei dem z. B. die Containerhülle aufgerissen wird, kühlt das austretende flüssige, warme Salz sofort ab und kristalliert aus. Auf diese Weise verschließt sich das Leck üblicherweise selber.
 

Wie kann LaTherm eine CO2-neutrale Wärmeversorgung ermöglichen, wenn die Containertransporte mit Dieselkraftstoff durchgeführt werden?

Eine vollständig CO2-neutrale Wärmeversorgung ist unsere langfristige Vision – die beispielsweise dann erreicht würde, wenn der Containertransport ausschließlich mit Biodiesel durchgeführt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir „nur“ in hohem Maße CO2-effizient, da der Transport nur einen geringen Teil derjenigen Energie verbraucht, die in Form von Wärme beim Kunden angeliefert wird.
 


Ist das LaTherm-System tatsächlich ökologisch sinnvoll, wenn für den Containertransport Kraftstoff verbraucht wird?

Die im LaTherm-Container gespeicherte Wärmemenge ist ungefähr zehn- bis fünfzehnmal so groß wie die für den Transport (in Form von Kraftstoff) aufgewendete Energie. Anders ausgedrückt: durch Nutzung der ohnehin vorhandenen, gleichbleibenden Menge an industrieller Abfallwärme verbraucht unser System für die gleiche Wärmemenge maximal ein Zehntel der sonst erforderlichen Energie (z. B. Erdgas, Heizöl, o. ä.). Zu einem noch besseren Ergebnis zugunsten des LaTherm-Systems kommt eine Studie der Universität Bayreuth.
 

Warum wurde das LaTherm-Konzept nicht schon viel früher durchgeführt, wenn es so viele Vorteile bietet?

Selbstverständlich können auch wir keine Wunder vollbringen – unsere Kosten bestehen insbesondere in den Personalkosten für den Transport der Container. Durch die stark gestiegenen Kosten für die klassische Wärmeversorgung mit Öl oder Gas ist unser Geschäftskonzept erst in den letzten Jahren wirtschaftlich möglich (auch wenn es schon vorher ökologisch sinnvoll gewesen wäre).
 

Wenn die Nutzung industrieller Abfallwärme (so) sinnvoll ist, warum erfolgt dies nicht einfach durch Einspeisung in Fernwärmenetze?

Fernwärmenetze erfordern (sehr) hohe Anfangsinvestitionen, die Wärmeanbieter oder -abnehmer typischerweise nicht auf sich nehmen wollen – hinzu kommen noch die nicht zu unterschätzenden Instandhaltungskosten. Alleine aus diesem Grunde ist das LaTherm-System bereits bei Transportdistanzen von ca. 400 m wirtschaftlicher als leitungsgebundene Systeme (einen ausführlichen Vergleich finden Sie auch in dieser Studie der Universität Bayreuth). Darüber hinaus bieten Fernwärmenetze den Nachteil, daß die benötigte Wärme immer zu demjenigen Zeitpunkt eingespeist (und somit erzeugt) werden muß, zu dem der Nutzer sie benötigt. Die wenigsten (Industrie-)Unternehmen sind jedoch in der Lage, eine garantierte Verfügbarkeit ihrer Wärme rund um die Uhr zu gewährleisten. Da unsere Wärmeversorgung u. a. auf der Speicherung von Wärme beruht, haben wir dieses Problem nicht.